Forschung

Die Art und Weise, wie Menschen an transformativen Prozessen beteiligt sind, ist einer der entscheidendsten Aspekte für unser Verständnis vergangener und gegenwärtiger Gesellschaften und ihrer Lebenswelten (Husserl 1913; Schütz, Luckmann 1988; Habermas 1981). Innerhalb dieser Prozesse spielen Ressourcen eine entscheidende Rolle, da sie in vielfältiger Weise in die praktischen und kognitiven Konstruktionen von Gesellschaften verwoben sind. Ressourcen, ihr Erwerb und ihre soziale Aneignung halten Gesellschaften in Aktion (Hillebrandt 2017), egal ob wir sie als Voraussetzungen (z.B. Latour 2005), in einem weiteren Sinne als Affordanzen innerhalb menschlicher Praktiken (Gibson 1977; 1979) oder als Projektionsfläche für Wünsche und Ideologien betrachten. Mit ReForm soll insbesondere das transformative Potential von Ressourcen und die Prozesse untersucht werden, die zu substantiellen sozio-ökologischen Transformationen in der Menschheitsgeschichte führen.

Trotz der Relevanz des Themas ist es erstaunlich, dass es nicht in Tiefe zwischen den Disziplinen theoretisiert wurde. Daher zielt ReForm mittels einer multivokalen Perspektive darauf ab, wie Menschen durch verschiedene Praktiken mit ihrer materialisierten Umwelt verwoben sind und wie soziale Institutionen während dieser Prozesse entstehen und sich verändern. Für die Erforschung des transformativen Potenzials von Ressourcen und der daraus folgenden sozialen Transformationen ist ein interdisziplinärer Ansatz unerlässlich, der Sozial- und Kulturwissenschaften (z.B. Archäologie, Geschichte, Soziologie und Anthropologie), Naturwissenschaften (z.B. Geo-, Material- und Ingenieurwissenschaften) und Ökonomie einbezieht. ReForm profitiert dabei von der Kooperation der Institutionen Deutsches Bergbau-Museum Bochum (DBM), Ruhr-Universität Bochum (RUB), FernUniversität in Hagen (FUH), Technische Hochschule Georg Agricola (THGA) and Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets (SGR).

Die Hauptziele von ReForm sind: a) eine multidisziplinäre theoretische Debatte anzuregen, b) das Verständnis von Einzelfallstudien durch einen multiperspektivischen Ansatz zu erweitern und c) Theorien mittlerer Reichweite zu Ressourcen und sozio-ökologischen Transformationen zu entwickeln und mit ausgewiesenen Methoden, wie der agentenbasierten Modellierung, auf verschiedene empirische Datensätze anzuwenden.

Drei übergreifende Forschungsbereiche und acht Forschungsfelder werden die multidisziplinäre Zusammenarbeit von ReForm fördern.